Bautzen schreit nach JESSNES – Steamfolk unter Hochdruck

Die besinnliche Weihnachtszeit ist längst verstaubt, alle sind wieder im Alltagstrott, doch nun wird es höchste Zeit, dass eben dieser wieder ein wenig durcheinander gebracht wird. Wie machen wir dies? Indem wir unsere grauen Zellen entlausen, um endlich einen Bericht über unseren Auftritt im letzten Jahr am 13.12. beim MiK in Bautzen zu veröffentlichen.
Los ging’s! an ebendiesen Tag, zu ebendiesen Ereignis „Mugge im Keller“, genauer gesagt an einem unscheinbaren Nachmittag in Dresden. Wir bepackten und bestiegen einmal mehr unseren fahrbaren Untersatz (zum Luftschiff fehlt uns leider immer noch das nötige Kleingeld …)und dampften gen Bautzen, wo wir nach einem kleinen verwirrten Umweg, mit den offenen Armen des Technikers empfangen wurden; – noch wusste er nicht welch Schwierigkeit er mit uns vor sich hatte, harrharr*1.
Die heiligen Hallen des TiK waren schon mit musikalischem Licht erfüllt, als wir eintraten. Die erste Band „Atlantic Aura“ war schon fleißig beim Soundcheck. Daher stellten wir unsere Siebensachen erst einmal an die Seite. Die Damen entschwanden, um ihre Alltagskluft gegen die ätherische Gewandung zu wechseln,  die den ganzen Abend unser Markenzeichen werden sollte, während die Herrlichkeiten derweil schon ihre Spielzeuge aufbauten. Fertig ins Korsett gepresst, die Instrumente gestimmt, ging es dann mit einem aufgeregten Lächeln zwischen den Lippen auf die Bühne, ebenfalls zur Klangprüfung. Einmal mehr mussten wir feststellen: JESSNES ist nicht nur „The Steamy Way …“ sondern auch des Tontechnikers Transpiration. 😉
Schlussendlich gemeistert konnten wir letztendlich mit eingestellten Mikros nebst unseren zahlreichen Instrumenten die Bühne frei machen für die nächste Kombo namens „openTheaven“ und trugen unsere Gerätschaften in den, inzwischen aufgeb(r)auten, Backstage-Bereich. Dort lagen bereits belegte Brötchen, Nudelsalat, Kuchen, Tee, daneben vielerlei andere Köstlichkeiten bereit zur Einverleibung; – jammy*2 – vielen Dank hierbei für diese leckere Orga. Gleichzeitig wurden flugs ein paar Kontakte zum aufmerksamen Veranstalter Jannis, den fleißigen Helfern, sowie zu den bereits anwesenden & sehr geselligen Bands geknüpft.
Während wir der kleinen Pause frönten, knusperten, tratschten und uns die Zeit effektiv vertrieben, kamen bereits die ersten Gäste an, einige davon eigens für uns angereist *Stolz*. Alsbald begann „openTheaven“ die Bühne samt Zuschauer ordentlich für uns 😉 anzuheizen. Auch wir konnten nicht anders, mischten uns unter die Zuschauer, wackelten, klatschten und bejubelten die Band, die wie wir aus Dresden kam, um unter anderem einigen sehr bekannten Songs zu lauschen. Auch die danach singende „Mona Lisa“ verfolgten wir mit viel Empathie.
Dann kam schließlich langsam Bewegung in uns … Finger zuckten, Blicke schweiften, Füße scharten, die Korsetts strafften sich unkontrollierbar. Unser großer Auftritt rückte immer näher. In Gedanken bereiteten wir uns geistig darauf vor, bis wir endlich ein weiteres Mal an diesem Tag auf die Bühne durften. Jetzt wurde es ernst! Tadaaa!*3
Als Lucinde el Aya, als Einzige vom Licht bestrahlt, begann die Spieluhr zu drehen, wurde es langsam still um uns herum. Die ersten metallenen Töne erfüllten nun allmählich die Halle. Die knisternde Spannung eingeschlossen der offenen Frage, wer jetzt auf der Bühne stand, war deutlich zu spüren. Der letzte Klang der Spieluhr verhallte und im erstrahlenden Licht der Scheinwerfer erklang das Geigenspiel; – nun wussten wir dieser Auftritt wird ein voller Erfolg.
*Daumen hoch* für Licht- & Tontechnik.
Lediglich kurz unterbrochen von nichtigen Schwierigkeiten verging unsere Dreiviertelstunde auf der Bühne wie im Zeppelin. Ehe wir uns versahen, war der letzte Schlussakkord gekommen. … kaum hatten wir uns so richtig wohl gefühlt & warm gespielt, mussten wir auch schon wieder das Feld, für die abschließende Kapelle des Abends, räumen. Doch wir taten dies mit einem Lächeln in den Lippen und einem weinenden Auge, denn die Euphorie über den gelungenen Abend machte sich allmählich in uns breit.
Vor allem auch eine dicke Umarmung für unsere außerordentlich tolle audiovisuelle Unterstützung von Bettina Sporka Photography und ihrem Freund, ohne die wir niemals so tolle Videos zuzüglich Bilder bekommen hätten.
Als die Tonwerkzeuge wieder sicher verstaut waren, sahen wir uns das rockende Abschlusskonzert von „Atlantic Aura“ an. Dann, nachdem wir uns von allen Mitwirkenden gebührend verabschiedet und bedankt hatten, beluden wir schließlich wieder unser Vehikel, mit dem es zurück in die Heimat ging. Mitgenommen haben wir einmal mehr eine tolle Erfahrung, viel Freude, neue Bekanntschaften und die Hoffnung auf viele weitere Auftritte plus neue Genossen dieses Kalibers.
Auf ein Wiedersehen beim MiK!
Eure Nenya & Dr. Drok McDrok
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Fußnoten:
*1 – „seemännisches“/“piratenhaftes“ Lachen
*2 – Neologistische Mischung aus dem bekannten „Yammi“, Ausruf bei leckerem Essen und dem englischen Wort „jamming“ für die spontane Kreation musikalischer Ergüsse
*3 – Ausdruck für ein plötzlich Aufmerksamkeit erhaschendes Ereignis, meist in Verbindung mit einem „Tusch“ (von französisch touche, „Anschlag“ – ein musikalisches Signal)

2014 – Aetherischer Aethercircus

Vor inzwischen schon wieder zwei Wochen war nun endlich das Ereignis, auf das wir mit Volldampf unermüdlich hingearbeitet haben. Die Stimmbänder wurden geölt, die Instrumente gestimmt, die Outfits verchromt und unser fahrbarer Untersatz vorgeheizt.

Gleichzeitig mit unserem ersten “richtigen” Auftritt war das auch der erste Auftritt, für den wir richtig weit fahren mussten, nach Hamburg um genau zu sein. Ich schlug zu Beginn der Fahrt vor, anstatt des neumodischen “VW” auf das gute alte Dampfschiff umzusteigen und den Weg auf der Elbe zurück zu legen. Zumindest aber mit einem Zeppelin. Dennoch mussten wir uns alle damit zufrieden geben, dass man mit dem Automobil deutlich schneller unterwegs ist, sechs Stunden. Roma, der Kapitän und gleichzeitig Steuermann unseres treuen … Leihfahrzeugs … bewies besonderen Mumm und gab während der Fahrt nicht einmal das Steuer aus der Hand. Als wir ankamen war der Aethercircus, der in der Festung Grauerort in Stade stattfand, schon in vollem Gange. Das machte jedoch nichts, da wir am ersten Tag noch keinerlei Verpflichtungen hatten und daher erstmal richtig ankommen konnten. Als erstes besuchten wir daher die Organisatoren des Festivals, die Band Drachenflug, der wir, wie in vorherigen Posts schon geschrieben, unseren Auftritt auch verdanken.

Ziemlich schnell schwärmten wir danach in unterschiedliche Richtungen aus. Als wir uns ein paar Stunden später mehr oder weniger zufällig vor der Bühne trafen, hatten alle sich schon umgesehen, noch mehr Kontakte geknüpft und – das ist immer das Wichtigste – das kulinarische Angebot getestet.

Die wirklichen Highlights des Abends stellten natürlich die Auftritte der Band Drachenflug und Off Limits, sowie eine abschließenden Feuershow dar. ( Deja vu Drachenfest 😉 )

Trotz der vielen neuen Einflüsse und Erlebnisse waren wir dennoch froh, als es abends endlich zur Jugendherberge ging. Nachdem wir mehr oder weniger umständlich den Eingang gefunden, unser Zimmer und unsere Betten bezogen hatten, war schnell Schicht im Schacht, das Licht ging aus und Jessnes verfiel in den tiefsten Schlaf, der selbst McDrok für mehrere Stunden verstummen ließ – ein Umstand, der bei ihm recht selten der Fall ist.

Der nächste Morgen verhieß nichts Gutes. Schon der erste Blick aus dem Fenster sagte uns, dass es nicht nur kalt, sondern auch nass draußen war, worunter auch die Laune litt. Auch das üppige Frühstück konnte diese wenig nach oben ziehen.
Einige Hartgesottene fanden sich dennoch auch an diesem Tag wieder in der Festung ein und ließen kaum erkennen, dass das Wetter schlechter war, als am Tag zuvor. Als wir schließlich am Nachmittag unseren Auftritt hatten, regnete es mehr oder weniger Bindfäden. Aber auch hier fanden sich einige tapfere Musikliebhaber ein und stellten sich nicht nur unter die vorher aufgebauten Pavillons.
Tapfer zogen auch wir unser Programm durch und schafften es ohne größere Malheurs. Inzwischen haben wir von vielen Seiten sehr viele, nette Feedbacks, zum Beispiel von Herrn Taechl, der auch ein paar Fotos von uns gemacht hat, erhalten. Danke an dieser Stelle!

Viel zu bald näherte sich der Tag dem Ende und damit auch der Zeitpunkt für uns, unser Automobil wieder zu besteigen und uns auf den Weg gen Heimat zu machen. Noch einmal schwärmten wir alle aus, um einige letzte Kontaktdaten zu tauschen und uns von alten und neuen Freunden zu verabschieden, fanden uns aber schnell wieder am Auto ein und rumpelten vom Hof.
Noch nicht einmal auf der Autobahn tauschten wir Meinungen und Eindrücke aus. Wir alle freuten uns über die vielen netten Leute, die wir kennenlernen konnten, die Herzlichkeit, mit der wir begrüßt wurden, die musikalischen und modischen Eindrücke und außerdem waren wir alle einer Meinung: Wir hoffen sehr, dass wir nächstes Jahr wieder mit dabei sein können. Mit neuen Songs, vielleicht besserer Technik (*gg*) und vielleicht auch einer zeitgemäßeren Anreisemöglichkeit.

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Kukulida und Vorbereitungen auf den Aethercircus

Es ist in letzter Zeit etwas ruhig um uns geworden. Das hängt aber weniger mit der Tatsache zusammen, dass wir wirklich keine News zu berichten hatten, als damit, dass ich etwas nachlässig mit dem Aufschreiben geworden bin. Hier soll nun also mal wieder ein Post folgen, der unsere Pläne und unsere momentane Situation beschreibt. Wer aber gerne wissen will, was sonst noch alles passiert ist, kann gerne auch unsere Facebookseite besuchen, jetzt wo ich es nach langer Arbeit geschafft habe, sie auf dem Blog zu verlinken. Dort findet ihr auch noch mehr Bilder.

Romas-Goggle_kleinIm Moment steht bei uns alles im Zeichen eines einzigen Festivals, des Aethercircus, der Anfang Mai in Hamburg stattfindet. Dabei handelt es sich um das größte Steampunkfestival deutschlands. Natürlich freuen wir uns riesig da spielen zu dürfen und sind daher so oft wie möglich im Proberaum zu finden. Aber natürlich sind da noch andere Vorbereitungen zu treffen, als die Songs zu üben. McDrok, unser Trommler, bastelt zum Beispiel schon längere Zeit fleißig, wie aus den Bildern ersichtlich wird. Bei solchen tollen Sachen muss das Festival ja ein Knaller werden 🙂

IMGP7250Vor zwei Wochen hatten wir außerdem unseren ersten Auftritt in Steampunkformation und zwar zum Kulturtrinken im Kukulida in Dresden. Obwohl vorher einige Bedenken da waren, lief doch alles bis auf ein paar kleine Fehler sehr gut. Das Publikum fand das auch und das ist ja wohl das Wichtigste.
Gruppenbild

Bleiberg in Sachsenburg

Nach langer Zeit gibt es mal wieder was von uns zu berichten. Ganz nebenbei kann ich noch einen Geheimtipp für den nächsten Familienausflug geben 🙂

In Sachsenburg bei Frankenberg gibt es ein restauriertes, mittelalterliches Dorf, Bleiberg genannt. Wer schon immer mal wissen wollte, wie die Behausungen im Mittelalter aussahen, kommt hier voll auf seine Kosten. Weitere Informationen dazu hier: Bergstadt Bleiberg

Am ersten Juliwochenende findet hier jedes Jahr ein kleiner Heerbann statt. Da dieses Jahr die Tafelmusik fehlte, wurden wir von unserer Freundin Freya von der Schildwolfsippe gefragt, ob wir da nicht spielen könnten. Bild 003
Als Übernachtungsmöglichkeit stand eine der authentischen Hütten in dem Bergdörfchen in Aussicht.

Trotz dass diese Anfrage sehr kurzfristig und auch kurz vor einem “größeren” Auftritt kam, beschlossen wir, anzunehmen und zu spielen, da wir diese Gelegenheit auch als eine öffentliche Probe nehmen konnten. Außerdem war dies der erste Auftritt mit unserem neuen Gastmitglied Manu.

Die Bilder haben wir freundlicherweise auch von der Schildwolfsippe.
Das nächste Mal seht ihr uns übrigens beim Besiedlungszug Nähe Meissen.

Jessnes goes Hollywood

Dieses Wochenende war hart. Aber schön und lustig. Jessnes drehte mit zwei Gastmusikern sein erstes Video auf Schloss Weesenstein.

Morgens viertel 10 trafen wir uns alle noch ein wenig verschlafen auf dem Schloss. Das Ziel: Das Video zu unserem Lied “Die Dohna’sche Fehde” vor historischem Hintergrund zu drehen.
Das Wetter war traumhaft. Es war zwar kalt, aber im Gegensatz zum Vortag sonnig, mit einem traumhaftem blauen Himmel.

Davon bekamen wir Anfangs allerdings noch wenig mit, denn zu erst ging es in die Burg. Erst als es schon auf Mittag zuging, mussten wir in Gewandung außerhalb der Burg rumhüpfen und dazu noch Musik machen. Teilweise war das wirklich anstrengend – nicht nur für die klammen Finger, auch für die Instrumente.    Ständig verstimmten sie sich aufs Neue.

Gegen Abend wurde es dann richtig kalt. Auch wenn einige von uns immer wieder betonten, wie warm ihnen doch wäre.. uns anderen war kalt. Eiskalt.

Um 19.00 Uhr war dann alles im Kasten und eine Meute ausgekühlter und hungriger Musiker wackelte zurück zum Aufenthaltsraum, wo wir endlich wieder in unsere warmen Sachen schlüpfen konnten.

Leider muss ich zugeben, dass wir keine Kamera dabei hatten, somit von diesem historischen Tag nur die Videoaufnahmen existieren. Die bekommen wir aber erst zu sehen, wenn das Video endgültig fertig ist. Trotzdem hielt ich es für wichtig, schon mal einen kleinen Vorgeschmack darauf zu geben.

Nenya